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Was ist Meditation?

 

Wie wissen aus unserer eigenen Erfahrung, dass wenn unser Geist friedvoll ist, sind wir die ganze Zeit glücklich, selbst wenn unsere äußeren Umstände schwierig sind. Ist unser Geist jedoch nicht friedvoll sind wir nicht glücklich, selbst wenn unsere äußeren Umstände sehr gut sind. Die Methode, unseren Geist friedvoll zu machen ist die Schulung in Meditation.

Meditation ist ein Geist, der sich auf ein tugendhaftes Objekt konzentriert und die Hauptursache für geistigen Frieden ist. Die Meditationspraxis ist eine Methode, unseren Geist mit Tugend vertraut zu machen. Je vertrauter unser Geist mit Tugend ist, desto ruhiger und friedvoller wird er. Ist unser Geist friedvoll, dann sind wir frei von Sorgen und geistigem Unbehagen und erleben wahres Glück. Schulen wir unseren Geist darin friedvoll zu sein, sind wir immer glücklich, selbst unter den widrigsten Umständen. Ist unser Geist jedoch nicht friedvoll, dann sind wir selbst unter den angenehmsten äußeren Umständen nicht glücklich. Deshalb ist es so wichtig, unseren Geist in Meditation zu schulen.

Jedes Mal, wenn wir meditieren, ist diese Handlung die Ursache dafür, in Zukunft inneren Frieden zu erleben. Normalerweise erfahren wir Tag und Nacht Verblendungen, während unseres gesamten Lebens. Sie sind das Gegenteil von geistigem Frieden. Manchmal aber erleben wir ganz natürlich inneren Frieden. Das geschieht, weil wir uns in unserem früheren Leben auf Tugendhaftes konzentrierten. Ein tugendhaftes Objekt ist jedes Objekt, das uns hilft einen friedvollen Geist zu entwickeln, wenn wir uns darauf konzentrieren. Konzentrieren wir uns auf ein Objekt, durch das wir einen unfriedlichen Geist entwickeln, wie etwa Wut oder Anhaftung, dann weist uns dies darauf hin, dass es für uns ein nichttugendhaftes Objekt ist. Außerdem sind viele Objekte neutral, weder tugendhaft noch nichttugendhaft.

Es gibt zwei Arten der Meditatiaon: analytische Meditation und verweilende Meditation. In der analytischen Meditation überdenken wir den Sinn einer spirituellen Anweisung, die wir gehört oder gelesen haben. Durch tiefes Nachdenken über diese Anleitungen gelangen wir schließlich zu einer eindeutigen Erkenntnis oder zu einem besonderen, tugendhaften Geisteszustand. Dies ist das Objekt der verweilenden Meditation. Wir konzentrieren uns so lange wie möglich einsgerichtet auf diesen Entschluss oder tugendhaften Geisteszustand, um damit tief vertraut zu werden. Diese einsgerichtete Konzentration ist verweilende Meditation. Oft wird analytische Meditation “Kontemplation” und verweilende Meditation einfach nur “Meditation” genannt. Die verweilende Meditation hängt von der analytischen Meditation ab und die analytische Meditation beruht auf dem Hören oder Lesen spiritueller Anleitungen.”

Auszug aus: Das Neue Meditationshandbuch – Geshe Kelsang Gyatso